28.12.2020 Stifters Appetit

Zum Frühstück zwei Semmeln mit Schinken und drei gekochte Eier. Das zweite Frühstück am späten Vormittag lockt mit Bratkartoffeln und einem Schnitzel an den Tisch. Zum Mittag gönnen wir uns 6 Forellen und ein Stück Rindfleisch. Dazu zwei Flaschen Rotwein. Zur Vesper gibt es einen Apfelstrudel und ein Viertel Dessertwein. Das Abendessen besteht aus zwei bis drei gebratenen Tauben oder am besten gleich aus einer ganzen Ente. Dazu wieder zwei Flaschen Wein. Als Betthupferl gibt es am späten Abend Kartoffelsalat und kalten Braten und schließlich zur Förderung des Nachtschlafes zwei Liter Bier.
So ungefähr muss Adalbert Stifters täglicher Speiseplan ausgesehen haben. Der Dichter der Waldidyllen und asketisch lebender Figuren litt an Völlerei, auch Freßsucht genannt. Das brachte ihm eine Leberzierrose ein und den Tod. Wobei er diesem durch Suizid vorgriff.
Unglaublich, wie Stifter mit solch einem überfüllten Magen überhaupt noch schreiben konnte. Als Nebenbeschäftigung neben dem Essen sozusagen. Uns waren zweimal Gänsebraten mit Thüringer Klößen an den Feiertagen schon fast zu viel. Es hat hervorragend geschmeckt, alles war selbst gekocht und zubereitet. Auch die Klöße. Aber dann ist es auch genug und wir freuen uns auf den Gänsebraten zum nächsten Weihnachtsfest in einem Jahr.
Am Sonntag hatten wir Pellkartoffeln und Quark. Ein Genuss nach all der Üppigkeit.

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